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Versandapotheken – krankt daran das System?
Seitdem es die Versand Apotheken gibt, sind sie umstritten. Die einen sprechen von einer Marktbelebung. Andere sehen sie als Konkurrenz für die Apotheken vor Ort an. Was ist nun richtig?
Objektiv gesehen wird der Apothekenmarkt belebt. Der Verbraucher hat viele Möglichkeiten an seine benötigten oder gewünschten Medikamente zu gelangen. Schon allein die Vielzahl der verschiedenen Versandapotheken zeigt, dass für jeden Kunden etwas dabei ist. Man hat die Möglichkeit, seine Arzneimittel günstiger als in der Apotheke um die Ecke zu ordern. Mit Rezept fallen oft die Versandkosten weg. Auch die Lieferung bis zur Haustür ist für ältere Menschen ein Plus der Versand Apotheke.
Eine persönliche Beratung ist jedenfalls nur bedingt möglich, zum Beispiel per Telefon. Dabei hat der Apotheker mit seinem Fachwissen nicht die Chance den Kunden anzuschauen und andere Erkrankungen zu erkennen. Eine Unverträglichkeit der Arzneien kann vermieden werden, wenn alle einzunehmenden Medikamente aufeinander abgestimmt werden. Wählt der Kunde jedes Mal eine andere Apotheke, ist eine Abstimmung durch das Personal kaum möglich. Rückfragen sind ebenfalls schwieriger.
Gibt es handfeste Nachteile?
Gerade der Punkt, ob Versandapotheken die Apotheke im Ort verdrängen, ist nicht so einfach zu beantworten. Bei eiligen Medikamentenbestellungen, die sofort nach dem Arztbesuch benötigt werden, hat die Apotheke in der Nähe eindeutig die Nase vorn. Da kann man nicht ein paar Tage warten, bis das Paket da ist. Die Möglichkeit einer persönlichen Beratung spricht auch für die Apotheken im Ort. Arbeitsplätze gehen so sicherlich nicht verloren, weil die langen Öffnungszeiten und Dienste abgedeckt werden müssen. Ein weiterer Punkt: Manche Menschen haben Bedenken, ob sie von der Versand Apotheke echte Medikamente erhalten. Alles in allem sind Versandapotheken mit Vor- und Nachteilen behaftet, wie die Apotheke vor Ort auch.